In vielen Bauprojekten sind Risiken bekannt – aber nicht immer klar eingeordnet. Genau hier setzt die Risikomatrix an: Sie macht auf einen Blick sichtbar, welche Risiken wirklich kritisch sind und wo sich Steuerungsbedarf ergibt.
Eine Risikomatrix ist ein zentrales Werkzeug im Risikomanagementprozess, wie er in DIN ISO 31000 beschrieben wird. Sie ordnet jedes Risiko entlang zweier Achsen ein: Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß. Aus dieser Kombination entsteht eine visuelle Bewertung, häufig in Abstufungen von „niedrig“ bis „hoch“. In der Praxis werden die Risiken dann häufig in drei Klassen eingeteilt: A‑, B‑ und C‑Risiken.
A‑Risiken sind die kritischen Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit und gravierenden Auswirkungen. Sie liegen im „roten Bereich“ der Matrix und haben oberste Priorität bei der Behandlung. Die Akzeptanz des Risikoeintritts ist hier nicht gegeben, sodass konkrete Maßnahmen und ein enges Monitoring unverzichtbar sind.
B‑Risiken bewegen sich im mittleren Bereich. Sie können spürbare Auswirkungen auf Kosten, Termine oder Qualitäten haben, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit oder ihr Schadensausmaß sind jedoch moderat. Diese Risiken werden aktiv beobachtet und mit angemessenen Maßnahmen adressiert, ohne den Projektverlauf zu dominieren.
C‑Risiken sind Risiken mit niedriger Eintrittswahrscheinlichkeit und / oder begrenztem Schadenspotenzial. Sie liegen im „grünen Bereich“ und werden dokumentiert, aber in der Regel als akzeptabel eingestuft. Wichtig ist, dass auch sie im Risikoregister verbleiben, um Entwicklungen über den Projektverlauf hinweg nachvollziehen zu können.
Für Bauprojekte ist diese differenzierte Sicht besonders wertvoll. Komplexe Genehmigungsverfahren, Schnittstellen zwischen Gewerken, unsichere Baupreise oder Abhängigkeiten von Fachplanungen lassen sich nicht nur beschreiben, sondern systematisch bewerten und einer Risikoklasse zuordnen. In Verbindung mit der Kostengliederung nach DIN 276 können die identifizierten Risiken zudem den relevanten Kostengruppen zugeordnet und monetär hinterlegt werden. Damit wird aus einer abstrakten Unsicherheit eine konkret bewertete Risiko- und Kostenposition, die in Budget und Entscheidungsprozesse einfließt.
Für Auftraggebende bedeutet eine konsequent genutzte Risikomatrix mit A‑, B‑ und C‑Risiken: bessere Vergleichbarkeit, nachvollziehbare Prioritäten und eine belastbare Grundlage für Maßnahmen. Es wird klar, welche Themen über Kosten, Termine und Qualitäten entscheiden und wo gegebenenfalls nachgesteuert oder alternative Lösungen gesucht werden sollten.
In der Projektsteuerung bei Diederichs integrieren wir die Risikomatrix in einen laufenden Risikomanagementprozess. Risiken werden gemeinsam mit den Beteiligten identifiziert, als A‑, B‑ oder C‑Risiko bewertet, in der Matrix verortet und im Risikoregister fortgeschrieben. So bleibt die Risikolage nicht statisch, sondern wird mit dem Projektverlauf mitgeführt und regelmäßig aktualisiert.
Wenn Sie wissen möchten, wie eine professionell eingesetzte Risikomatrix Ihre Bauprojekte steuerbar und entscheidungssicher macht, kommen Sie gerne mit uns in den Austausch. Unser Team rund um Marc Schütte steht Ihnen gerne zur Verfügung.




