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6 Vorträge, 4 Live-Sessions und unsere Geschäftsführung mittendrin

1. Jun. 2022

Heike Bals, Christian Brunstein und Timo Oesterle berichten vom diesjährigen DVP-Kongress

Am 19. und 20. Mai fand nach zweijähriger Pause der DVP-Kongress in der Düsseldorfer Rheinterrasse statt. Abwechslungsreiche Themen, Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Herausforderungen der Branche bildeten das Rahmenprogramm – erfolgreich, wie wir sagen können. Drei Mitglieder unserer Geschäftsführung Heike Bals, Christian Brunstein und Timo Oesterle waren nicht nur Besucher, sondern Teil des Kongresses. Fragen wir mal nach, was sie uns erzählen können: 

Diederichs: Nach einer so langen Pause endlich wieder eine Liveveranstaltung zu erleben, ist sicherlich spannend gewesen. Auch wenn Politik, Kultur und Wirtschaft vielfältigste und kreative, digitale Ideen entwickeln haben, um Events remote stattfinden zu lassen, ist eine Live-Veranstaltung mit interaktivem Austausch doch noch einmal etwas anderes, oder? Wie war das für euch? 

Timo Oesterle: Das war sicherlich etwas ungewohnt, ohne Maske mit so vielen Personen in Kontakt zu treten. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und ich habe mich sehr gefreut, in diesem Format wieder aktiv sein zu können. Wir waren alle schon am Vorabend zu dem „Get Together“ vor Ort und konnten sehr interessante Gespräche führen und unsere Netzwerke pflegen.

Heike Bals: Ich kann mich Timos Eindruck zu 100 % anschließen und ergänzen, dass augenscheinlich alle Teilnehmenden es sehr genossen haben, sich wieder „live“ zu treffen und sich auszutauschen. Der Veranstaltungsort mit der Terrasse zum Rhein hat sicherlich auch zur positiven Stimmung beizutragen. Großartige Organisation, Vielen Dank an den dvp.

Diederichs: Also einerseits vom Miteinander und dem Austausch ein voller Erfolg, aber auch fachlich, nehmen wir an? Die Themen waren breitgefächert, sowohl in den Vorträgen, als auch später in den Workshops. Christian, du hattest die Ehre einer der Speaker des Kongresses zu sein. Magst du uns kurz etwas zu deiner Rolle im DVP-Verband erzählen?

Christian Brunstein: Ich habe als Leiter der Fachgruppe „Projektmanagement bei Infrastrukturvorhaben“ die Ergebnisse unsere Arbeit zusammen mit anderen Gruppenmitgliedern vorgestellt. In der Fachgruppe haben wir praxisnahe Ergebnisse erarbeitet, die im Infrastrukturbereich aber auch bei Hochbaumaßnahmen angewendet werden können. 

Diederichs: Also beschäftigst Du dich in deiner Fachgruppe schon länger mit den Spannungsfeldern der Projektsteuerung von Baumaßnahmen im Infrastrukturbereich? Was sind dabei die wesentlichen Unterschiede zu Hochbauprojekten?

Christian Brunstein: Richtig, ich bin seit 2013 im Arbeitskreis des DVP tätig, war Mitautor des AHO Heftes Nr. 19 und leite seit mehreren Jahren die Fachgruppe. Da ich zusätzlich zu größeren Infrastrukturprojekten auch städtebauliche Projekte und Hochbauprojekte gesteuert habe, kann ich hier im Vergleich der Leistungsbilder einen wertvollen Beitrag leisten. Die wesentlichen Unterschiede bei Infrastrukturprojekten sind die komplexen Genehmigungsverfahren, die große räumliche Ausdehnung, die enorme Einbindung der Öffentlichkeit und deren Belangen und oftmals die sehr langen Laufzeiten.

Diederichs: Und dafür wurden in der Fachgruppe „Projektmanagement bei Infrastrukturvorhaben“ Werkzeuge entwickelt, um den genannten Schwierigkeiten entgegenzuwirken, richtig? Welche sind das und wer kann sie anwenden? 

Christian Brunstein: Genau, wir haben die Teilleistungsbewertung daraufhin untersucht, ein umfangreiches Leistungsbild Fördermittelmanagement entwickelt, das es bisher so nicht gab und haben Vorschläge für faire Verträge bei besonders langen Laufzeiten entwickelt.

Diederichs: Spannend! Du sprachst eben Herausforderungen an, die nicht nur Folgen für die Terminplanung haben, sondern auch mit einer schwierig abschätzbaren Kostentwicklung und ggf. wechselnden Projektteams einhergehen. Greift hierbei nicht auch dein Thema, Timo? Du gehörst der Fachgruppe „Agile Methoden im Projektmanagement“ an. Ihr habt gemeinsam Möglichkeiten erarbeitet, wie diese moderne Form des Arbeitens auch in der Bau- und Immobilienwirtschaft eingesetzt werden kann. Kannst du uns kurz erklären, worin die Vorteile liegen? Helfen diese Methoden bei wechselnden Teams und engen Zeitplänen?

Timo Oesterle: Auf jeden Fall. Sie helfen unter anderem bei Projekten mit noch unklarem Be­darfs­programm zum Projektstart und gleichzeitig einem sehr hohen Termindruck durch kurze Projekt­laufzeiten und einem fix definierten und nicht verschieb­baren Fertig­stellungs­termin. Die Methoden sind auf eine sehr kooperative und kollaborative Zusam­men­arbeit der Projektbeteiligten ausgelegt, um die Projektziele er­reichen zu kön­nen. Hohes Vertrauen, Effektivität und so wenig wie möglich Zeitverlust durch „übliche“ Konflikte, wie Behinderungsschreiben, oder sonstigen unnötigen Schriftverkehr etc. sind dabei wesent­liche Bausteine.

Diederichs: Welche agilen Methoden sollte die Bau- und Immobilienbranche unbedingt adaptieren?

Timo Oesterle: Aufgrund der oben angeführten Randbedingungen setzen wir bspw. bei unseren Pro­jekten in der Automobilindustrie die Lean-Methode sowie Kanban-Boards ein. Aus der Fachgruppe weiß ich, dass auch vereinzelt die Scrum-Methode eingesetzt wird, wenn es z.B. darum geht, parallel zur Planungsphase „agil“ die Be­darfs­an­for­derungen noch in das laufende Projekt einzubringen. Es geht also aus meiner Sicht nicht darum, jedem Projekt eine agile Methode „aufzuzwingen“, sondern als Projektmanager projektabhängig zu ent­scheiden, mit welcher Vorgehensweise wir am besten ans Ziel kommen. Hier halte ich es für wichtig, dass wir bei Diederichs die Methoden kennen und unseren Bauherrn dahingehend beraten können.

Diederichs: In einer der Sessions habt ihr eure Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Wie haben die Teilnehmenden auf die Vorschläge reagiert? Haben sie noch weitere Blickwinkel oder Gedanken eingebracht, auf denen ihr aufbauen möchtet? 

Timo Oesterle: Wir haben viel Zustimmung und Nachfragen bezogen auf unsere Er­fahr­ung­en und Vorschläge zur Anwendung von alternativen Methoden sowie zur Stärk­ung der vertrauensvollen und kollaborativen Zusammenarbeit der Pro­jekt­be­teiligten erhalten. Ebenso scheinen einige noch Respekt davor zu haben, diese Methoden auch bei öffentlichen Bauherren einzusetzen. Hier wollen wir mit unserer AHO-Fachgruppen eine Broschüre, die voraussichtlich dieses Jahr er­scheinen wird, einen Beitrag leisten, diese Methoden transparenter zu machen.

Diederichs: Wie war denn generell die Resonanz der Sessions? Ein Format, welches sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr durchsetzt, um im aktiven Austausch zu stehen. Etwas, was wir bei Diederichs immens fördern und nutzen. Herausforderungen, Lösungsansätze, Innovationen – an vielen Stellen können wir voneinander profitieren und Wissen teilen. Heike, du warst auch an einer Session beteiligt. Ihr habt euch mit Strukturen im Nachtragsmanagement befasst. Wie ist dein Feedback zu dem Format „Sessions“? Und was war fachbezogen konkret das gewünschte Ziel?

Heike Bals: Generell habe ich den Eindruck, dass die Workshops sehr gut angekommen sind, da die Besucher des DVP-Kongresses einen aktiveren Part übernehmen und nicht nur Zuhörende sind. Das verstärkt die Kommunikation, fördert den Wissenstransfer und kann das persönliche Netzwerk erweitern. Die Session, die ich unterstützen durfte, hat den Besuchern die verschiedenen Sichtweisen zu den Aufgaben und deren Übernahmen in der Nachtragsprüfung nähergebracht. Basis dafür war das „Berliner Protokoll“ aus Dezember 2021, welches durch die DVP-Fachgruppen „Bautrieb“ und „Recht und Verträge“ erarbeitet wurde. Durch den Workshop sind die Fachgruppen in ihrem Ziel, die Aufgaben sowie die Schnittstellen eindeutiger für alle Projektbeteiligten zu beschreiben, bestätigt worden.

Diederichs: Der DVP-Kongress bietet ja auch Raum, um aktuelle Themen mit Branchenexperten und -Expertinnen zu besprechen. Zentrale Fragen rund um die allgemeine Baukostenentwicklung oder die Folgen des aktuellen Weltgeschehens haben immensen Einfluss. Wurden diese oder weitere Themen diskutiert? 

Heike Bals: Ehrlich gesagt wurden sie nicht auf dem Podium diskutiert. Gewiss fehlten die Themenbezüge in keiner Ansprache, da der Ukraine-Russland-Krieg definitiv unsere Wirtschaft, unser unter­nehmerisches Handeln sowie auch das Privatleben beeinflusst. Darüber hinaus war es beim Get-together sowie bei den informellen Gesprächen in den Pausen ein Thema. Neben der Agenda wurde sich selbstverständlich auch über die Corona-Pandemie als auch die Entwicklungen in der Arbeitswelt ausgetauscht. Flexible Arbeitsmöglichkeiten und der Gewinn bzw. das Bilden von gutem Fachpersonal ist aus unternehmerischer Sicht branchenunabhängig hochaktuell und interessant. 

Diederichs: Und was nehmt ihr ganz generell für Diederichs aus dem DVP-Kongress mit?

Heike Bals: Trotz des Weltgeschehens eine positive Stimmung und Freude daran, Innovationen vorzustellen und weiterzuentwickeln.

Diederichs: Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt und uns so ausführliche Insights aus dem DVP-Kongress mitgebracht habt!

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